Viele Christen fragen sich, wie sie im Gebet mit dem Heiligen Geist umgehen sollen: Darf man direkt zu ihm beten, ihn persönlich einladen, oder richtet sich die Bitte um sein Wirken ausschließlich an den Vater im Namen Jesu?
Das biblische Grundmuster des Gebets ist eindeutig. Jesus lehrt seine Jünger zu beten: „Unser Vater im Himmel …“ (Mt 6,9). Zugleich verheißt er: „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun“ (Joh 14,13). Paulus spricht davon, dass wir „im Geist“ beten (Eph 6,18). Daraus ergibt sich das neutestamentliche Gebetsmuster: Wir beten zum Vater, durch den Sohn, im Heiligen Geist.
Auffällig ist, dass in der gesamten Schrift kein ausdrücklich überliefertes Gebet zu finden ist, das direkt an den Heiligen Geist gerichtet wird. Römer 8,26 beschreibt vielmehr seine Rolle im Gebet: „Der Geist selbst tritt für uns ein …“ Der Heilige Geist ist also Helfer und Fürsprecher im Gebet, nicht der primäre Adressat.
In Lukas 11,13 sagt Jesus: „Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!“ Hier wird deutlich, dass die Bitte um den Heiligen Geist an den Vater gerichtet wird. Gleichzeitig zeigt die Schrift, dass der Heilige Geist eine Person ist: Er spricht, führt und kann betrübt werden (Eph 4,30). Deshalb ist es biblisch, ihn als Person anzusprechen. Entscheidend bleibt jedoch die geistliche Ordnung, wie sie im Neuen Testament sichtbar wird.
Derek Prince lehrte in dieser Frage ausgewogen und klar. Er betonte, dass der Heilige Geist eine Person ist und nicht eine unpersönliche Kraft. Deshalb dürfen und sollen wir ihn bewusst willkommen heißen, uns seiner Leitung öffnen und ihn einladen, in uns zu wirken. Dieses „Einladen“ verstand er nicht als Befehlsform, sondern als Ausdruck von Hingabe und Unterordnung.
Gleichzeitig verwies er auf die biblische Ordnung des Gebets. Mit Bezug auf Lukas 11,13 machte er deutlich, dass die Bitte um den Heiligen Geist sich an den Vater richtet. Wenn gewünscht wird, dass der Heilige Geist etwas Bestimmtes wirkt, wird diese Bitte an den Vater oder an den Herrn Jesus gerichtet und nicht an den Heiligen Geist als „Ausführenden“. Prince sprach hier von einer geistlichen Ordnung: Der Heilige Geist ist der Gesandte des Vaters und des Sohnes. Deshalb bittet man den Herrn, durch seinen Geist zu wirken, statt dem Geist selbst Aufträge zu erteilen.
Zugleich betonte er mit Verweis auf Johannes 15,26 und 16,13-14, dass der Heilige Geist niemals die Aufmerksamkeit auf sich selbst lenkt, sondern den Sohn verherrlicht. Wenn sich das Gebetsleben vom Vater und vom Sohn löst und sich einseitig auf den Geist konzentriert, entsteht eine geistliche Verschiebung, die nicht dem biblischen Muster entspricht.
Es ist zu unterscheiden: Man darf den Heiligen Geist als göttliche Person ansprechen. Die Schrift zeigt, dass er spricht, führt und wirkt. Dennoch gibt es kein biblisches Gebetsmuster, das ihn zum primären Ziel des Gebets macht.
Die Bitte um den Heiligen Geist richtet sich nach Lukas 11,13 ausdrücklich an den Vater. Jesus selbst lehrt, dass der Vater den Heiligen Geist denen gibt, die ihn darum bitten.
Damit bleibt die biblische Ordnung bestehen: Wir bitten den Vater im Namen Jesu. Der Vater wirkt durch den Heiligen Geist. Und der Heilige Geist hilft uns im Gebet und führt uns in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn.
Ein geordnetes Gebet kann beispielsweise so formuliert werden:
„Vater im Himmel, ich danke dir. Im Namen Jesu bitte ich dich, erfülle mich mit deinem Heiligen Geist. Heiliger Geist, ich heiße dich willkommen und unterstelle mich deiner Leitung.“
So bleibt die biblische Ordnung gewahrt und zugleich wird die persönliche Beziehung zum Heiligen Geist gepflegt.
Quellen und weiterführende Lehren:
Lehrartikel: Der Heilige Geist - Der selbstlose Diener
C65GE - Überwindendes Gebet - Wie man betet und auch bekommt wofür man betet
T60GE - Derek Prince - Der Heilige Geist in Ihnen
Derek Prince – Wie wir den Heiligen Geist mit einbeziehen
MP8015GE - Gebet - Im Einklang mit den Absichten Gottes



