Um die Frage fundiert beantworten zu können, ist es sinnvoll, zunächst die Begriffe „Menschenrecht“ und „Informationsfreiheit“ näher zu definieren.
Ein Menschenrecht ist ein universelles, angeborenes Recht, das jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zusteht – unabhängig von Herkunft, Religion oder Status. Es soll die Würde und Freiheit des Einzelnen schützen. Menschenrechte sind beispielsweise: das Recht auf Leben, auf Glaubensfreiheit, auf freie Meinungsäußerung – und eben auch auf Informationsfreiheit.
Informationsfreiheit beschreibt das Recht jedes Menschen, sich aus frei zugänglichen Quellen ungehindert zu informieren. Dazu gehört sowohl der Zugang zu öffentlichen Informationen als auch das Recht, Wissen und Erkenntnisse frei zu suchen, zu empfangen und weiterzugeben.
Die Bibel kennt den Begriff „Menschenrecht“ als juristische Kategorie nicht, doch sie begründet sehr wohl grundlegende Rechte und Würde jedes Menschen – weil jeder Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen ist (vgl. 1. Mose 1,27). Daraus folgt eine göttlich verankerte Verantwortung, das Leben, die Freiheit und die Wahrheitssuche jedes Menschen zu achten. Informationsfreiheit als Menschenrecht lässt sich daher mit biblischen Prinzipien durchaus in Einklang bringen – sofern sie im Dienst der Wahrheit steht und nicht von Lüge oder Manipulation missbraucht wird.
Wie steht die Bibel zur Informationsfreiheit?
Die Bibel selbst ist ein Buch der Offenbarung – Gott redet, Gott teilt mit, Gott macht bekannt. Wahrheit wird nicht zurückgehalten, sondern offenbart. Der Zugang zur göttlichen Wahrheit ist kein Privileg für Eliten, sondern Gottes Einladung an alle Menschen:
„Denn das ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Timotheus 2,3-4).
Gott will, dass Menschen Wahrheit erkennen – geistlich wie auch praktisch. In biblischem Denken ist Wahrheit nicht verborgenes Herrschaftswissen, sondern Licht, das aufgedeckt werden soll:
„Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht“ (Psalm 36,10).
Gott verurteilt es, wenn Wahrheit unterdrückt oder verdreht wird:
„Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten“ (Römer 1,18).
Jesus selbst sagt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32).
Informationsfreiheit – im Sinn der freien Suche nach Wahrheit – entspricht also dem biblischen Wesen Gottes. Wo Wahrheit geteilt, gesucht und empfangen wird, dort handelt Gott. Wahrheit darf nicht unterdrückt, vertuscht oder monopolisiert werden.
Gleichzeitig warnt die Bibel vor Lüge, Verführung und falscher Lehre. Freiheit zur Information darf nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Paulus schreibt:
„Prüft aber alles; das Gute behaltet!“ (1. Thessalonicher 5,21).
Biblisch gesehen ist also die Freiheit zur Information gut und wichtig – aber sie braucht ein Fundament in der Wahrheit Gottes. Nur durch den Maßstab des Wortes Gottes kann zwischen Wahrheit und Lüge unterschieden werden.
Die Bibel unterstützt das Anliegen, dass Menschen freien Zugang zur Wahrheit haben – sie fordert es sogar. Informationsfreiheit, verstanden als ungehinderter Zugang zu Wahrheit und Erkenntnis, entspricht dem Wesen Gottes und seinem Willen für die Menschheit. Doch diese Freiheit muss verantwortungsvoll und im Licht des göttlichen Maßstabs gelebt werden. Wahrheit befreit – aber nur, wenn sie wirklich Wahrheit ist.
Quellen und weiterführende Lehren:



